Ran an die Instrumente!

Für Lobpreis ist man nie zu jung oder zu alt. Lass dich inspirieren.
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Lobpreisnachwuchs aufbauen

Wie startet man als Gemeinde eine inspirierende, lebendige Lobpreisarbeit? Bei ca. 60 Mitgliedern haben wir zur Zeit 4 Lobpreisteams mit insgesamt 13 aktiven Musikern/Sängern zwischen 13 und 45 Jahren. Die nächste Generation der 10-12 Jährigen formiert sich gerade als Team. Aus unserem Gemeinschaftsgebäude hört man ständig Musik, Proben, Lobpreis. Wir haben kein Patentrezept, aber geben hier einen Einblick, wie es bei uns funktioniert. Unsere Musikrichtung geht hierbei Richtung, Pop/Rock wie z.B. Planetshakers, Hillsong, Outbreakband, ICF, aktuelle Feiert Jesus Produktionen etc.

1. Bring sie in Kontakt mit guter Musik

Von klein auf kommen unsere Kinder mit christlicher Musik in Kontakt, die sie selbst begeistert: Wir binden in alle Gottesdienste und Veranstaltungen eine kurze Kinderlobpreiszeit ein. Hier lassen wir Lieder z.B. von Mike Müllerbauer, Thomas Klein und Promiseland laufen. Damit es auch wirklich Spaß macht und animiert, haben wir zu jedem Lied Bewegungen ausgearbeitet die von mindestens zwei Vortänzern vorgemacht werden. Die Lieder müssen auch für kleinere gut singbar sein und etwas mit der Alltagswelt der Kinder zu tun haben. Nicht überall wo „Kinder“ draufsteht ist auch wirklich verständlicher Inhalt enthalten. Kids kennen gute Musik von überall. Nur aus der Kirche oder aus dem Gottesdienst leider eher selten. Nichts gegen Konzertgitarre und Cajon, aber es geht auch mitreißender und professioneller. Warum alles selbst machen, wenn es perfekte Aufnahmen gibt? Ein CD-Player oder ein Smartphone mit Bluetoothlautsprecher kosten wenig uns sind ohne Probleme einsatzbereit.

Zwischen den Liedern beten wir laut in verständlicher(!) Sprache und laden die Kinder konkret ein, z.B. Gott für etwas zu danken oder ihn für eine besondere Eigenschaft zu loben.

Diese CDs sind bei uns im Dauereinsatz:

Für Grundschulkinder:

  • Thomas Klein: „Immer und Immer“, „Bester, bester Freund“
  • Mike Müllerbauer: „Der Knaller“, „Absoluto Guto“, „Alle einsteigen, anschnallen los geht’s“
  • „Lieder aus Promieseland 1-3“, „Mitmach-Songs aus Promiseland“
  • Daniel Kalauch: „Du bist der Held“

Für Pre-Teens:

  • Feiert Jesus To Go
  • Feiert Jesus 17-20
  • Planetshakers
  • ICF Worship
  • Outbreakband
  • For King and Country
  • Hillsong Young and Free

Vor einigen Jahren haben wir bereits unsere gesamte Musik on einem Tablet-PC abgespielt, mittlerweile ist hierfür ein iPad im Einsatz. Es lohnt sich auch, als Gemeinde einen kostenpflichtigen Account bei Spotify (oder einem anderen Anbieter) von Musik abzuschließen. So haben wir bei unseren Teensparties und Gottesdiensten immer aktuelle christliche Musik im Einsatz und geben den Link zu unseren Playlisten als QR-Code an Teens weiter.

Tipps:

  • Verschenke(!) an Kids & Teens z.B.: aktuelle Feiert Jesus CDs
  • Stelle Playlisten im Internetzusammen und verschicke Links
  • Bring aktuelle Musik auf den Büchertisch
  • Stelle ein iPad mit Kopfhörern auf zum Probehören
  • Kaufe Mike Müllerbauer und Thomas Klein CDs und gib sie den Kinderdienstmitarbeitern

2. Sei ein Vorbild & Trainer und ERMUTIGE mehr als zu korrigieren

Menschen orientieren sich immer „nach oben“: kleine Kinder orientieren sich an großen Kindern, diese an Jugendlichen und diese wiederum an Erwachsenen. Die erste Adresse sind natürlich Kinder von Musikern bzw. bereits aktiven Lobpreisern in der Gemeinde. Wenn Kinder sehen, dass in der Gemeinde geprobt wird, Musik eine Rolle spielt bekommen sie Lust, Dinge auszuprobieren.

Es kommt öfters vor, dass Kids sehnsüchtig nach dem Gottesdienst vor der Bühne stehen und die Instrumente bestaunen. Halte Ausschau nach solchen Kids. Sprich sie an, frage ob sie schon ein Instrument spielen. Häng Ihnen einfach mal kurz die Gitarre um oder zeig ihnen einen Beat auf dem Schlagzeug. Führe eine Liste mit Namen und Instrumenten, mach einen Aushang und frag nach Interessenten. Stelle Noten, Ressource, Videos zur Verfügung. Gib Akkordtabellen raus oder fang einfach an zu unterrichten….

Es gab bei uns mal einen kleinen Gitarrenkurs mit Lobpreisliedern, die bewusst nur mit einfachen Akkorden ohne Barregriffen gespielt werden konnten. Angelehnt an Peter Burschs Gitarrenschule, aber eben mit anderem Inhalt.

Tipps:

  • Stelle eine leichte Liedauswahl zusammen deutsch, mit leichten Griffen, Akkordsysmbolen etc.)
  • Gib dein Wissen weiter und biete Hilfe an
  • Suche Verbündete, die ihr Instrument beherrschen und motivierende Leher sind

3. Stell Instrumente, Equipment, Ressourcen zur Verfügung

Klar, gute Instrumente kosten Geld. Und wenn sie auf der Bühne stehen, sollte auch generell niemand Zugang oder Zugriff darauf haben, der nicht damit umzugehen weiß. Und jetzt kommt das „aber“: Aber es ist wichtig, dass es Möglichkeiten zum gemeinsamen Proben ohne Aufwand gibt. Bei uns finden Proben oftmals nach Veranstaltungen auf der Gottesdienstbühne statt. Diese ist komplett ausgestattet mit allen gängigen Instrumenten: Keyboard, E-Schlagzeug, E-Gitarren, Akkustikgitarren, E-Bass, Mikrofone. Selbstverständlich sollte bei diesen Proben oder ersten Versuchen ein Erwachsener mit dabei sein, der sich mit Technik & Co auskennt und auch die Verantwortung für eine aufgeräumte Bühne übernimmt.

Oder an freien Tagen im Jugendgottesdienstraum.

4. Mach Lobpreis zur Chefsache und sorge für eine wohlwollende Atmosphäre in der Gemeinde

Wir haben in unserer Gemeinschaft einen monatlichen Mitarbeitertag, an dem die Kinder meistens ein eigenes Programm hatten. Als Grundschüler bereiteten sie immer eine eigene „Show“ vor mit Kunststücken, Zaubertricks, ersten Liedern und haben uns dann immer aufgefordert, ihre Show zu besuchen. Das haben wir auch immer getan. Wir haben gelacht, applaudiert und sie angefeuert. Auch wenn die Beiträge lange nicht ausgereift waren. Sie lernten, dass es ein sicherer Rahmen bei uns ist.

Später durften sie nach einiger Übungszeit dann als kleine Kinderband auf unserem Lobpreisertag ein paar Lieder spielen, später sogar im regulären Sonntagsgottesdienst. Natürlich war das alles noch nicht perfekt. Aber sie gaben ihr Bestes und die ganze Gemeinde hat sie angefeuert, gelobt und geklatscht. Nach solchen „Auftritten“ war die Botschaft unseres Gemeindeleiters, dass wir stolz auf sie sind. Sie noch große Dinge erreichen werden. Weiter fleißig übern sollen etc.

Das Thema war Chefsache! Die Gemeindeleitung musste nicht erst lange überzeugt werden. Ihr war und ist klar, dass Nachwuchsarbeit höchste Priorität hat und unser erstes Geld, unsere ganze Hingabe und unser ganzes Engagement benötigt.

5. Male ein Ziel vor Augen

Setz dir Ziele mit deiner Lobpreisarbeit, die machbar, messbar und motivierend sind. Fixiere diese Ziele schriftlich und führe sie dir mindestens wöchentlich vor Augen. Benenne nicht nur, was du erreichen möchtest, sondern auch welche Maßnahmen hierfür konkret umzusetzen sind.

Und mach das gleiche mit deinem Team, deinen Kids. Zeig ihnen den nächsten Schritt und unterstütze sie bei der Zielerreichung. Konkret könnte das so aussehen:

  • Kids: Wir üben jetzt gemeinsam jeden Sonntag nach dem Gottesdienst für 20 Minuten diese beiden Lieder. Wenn wir das bis zum Gottesdienst vor den Herbstferien können, dürft ihr das im Gottesdienst vorspielen.
  • Teens: Für den nächsten Jugendgottesdienst würden wir gerne das Lied … von … spielen. Bitte sucht euch die Noten in einer singbaren Tonart heraus und bereitet dieses Lied vor.
  • Oder: Die nächste Lobpreiszeit dürft ihr komplett alleine gestalten. Bitte sendet eine Auswahl von 6 Liedern die das Thema… behandeln bis zum … zu. Wir gehen das zusammen durch und ihr dürft dann drei Lieder spielen. Die Gebetszeit leitest du bitte ein. Halte Blickkontakt mit mir, ich gebe dann das Signal, wann es weitergeht.
  • Oder: Ihr dürft ein Lobpreiskonzert auf unserem Kidscamp vorbereiten. Zeitrahmen: 60 Minuten. Bitte bereitet die Lieder selbständig vor, achtet auf Bekanntheit der Lieder, Sprachauswahl und bindet zwei Gebetszeiten ein. Bei der vorletzten Probe bin ich als Gesamtlobpreisleiter dabei und coache euch.“
  • Erwachsene…

Tipps:

  • Überlege dir machbare Ziele je nach Stufe
  • Übertrage den Aktionsplan in deinen Terminplaner und halte dich daran
  • Nimm dir de Monats/Jahresplan deiner Gemeinde vor und plane solche Ziele (Spielen im Gottesdienst etc.) ein
  • Häng ein Plakat der nächsten Veranstaltung in den Gottesdienstraum, bei denen die Nachwüchsler spielen dürfen
  • Gib regelmäßig Rückmeldung bei Proben – positives Feedback sollte überwiegen, kritische Dinge sollten aber angesprochen werden

6. Lass sie spielen

Fange klein an, denn die wenigsten haben Aufregung und Lampenfieber direkt im Griff. Bis die Jugendlichen eine komplette Lobpreiszeit alleine gestalten, sollten Hemmschwellen abgebaut werden. Außerdem benötigt es mehr Zeit, die Band abzumischen etc. Hier sollte auch der Techniker früh eingebunden werden.

So könnte ein Plan aussehen:

  1. Band spielt ein kurzes Lied mit vor der Kindereinheit im Gottesdienst
  2. einzelne Musiker spielen unterstützend in der „großen“ Lobpreisband mit
  3. die Jugendband bereitet eine Lobpreiszeit mit den Erwachsenen für einen Jugendgottesdienst vor
  4. Die Nachwuchsband spielt komplett im Gottesdienst, wird nur durch einen Erwachsenen im Hintergrund unterstützt

Wichtig: Mach nach jedem Einsatz eine Nachbesprechung und sprich positive, wie negative Dinge ehrlich aber freundlich an. Positive Aspekte sollten den Gesprächsumfang auf jeden Fall überwiegen, besonders am Anfang! Führe nicht gleich eine Liste mit den 99 Verbesserungspunkten an 🙂

Gib Ihnen regelmäßig die Gelegenheit, für ein Ziel zu üben und zeigen die nächsten Schritte auf.

z.B.: Nächsten Monat dürft ihr im Jugendgottesdienst spielen.

7. Lass sie leiten

Hierzu wird es in der kommenden Woche eine inhaltiche Ausarbeitung geben.

Oliver Gentina

Jugendpastor & Lobpreisleiter

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